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| Der Finne Paavo Johannes Nurmi revolutionierte den Langstreckenlauf und galt jahrelang,
vor allem auf den Strecken über 3000 m, als unschlagbar. Er praktizierte bereits
in den zwanziger Jahren den Hochleistungssport, wie er jetzt üblich ist. In seiner
besten Zeit trainierte Nurmi dreimal am Tag: Morgens stand ein 10-km-Lauf mit Sprints
auf dem Programm, dann folgten Gymnastik und Körperpflege, anschließend ein
5-km-Lauf mit der Uhr, und abends lief er nochmals 4 bis 7 km. Intervall- und Hügelläufe
und im Winter zusätzlich Schilanglauf waren Hauptbestandteile seines Trainingsprogramms.
Sein Gegner war die Zeit, nicht die Konkurrenz. Oft mit der Stoppuhr in der Hand
– sich selbst kontrollierend - entnervte er mit seinem Anfangstempo die Konkurrenten.
Durch Ausdauer, Kampfkraft, Selbstdisziplin und Siegeswillen setzte er mit insgesamt
22 Weltrekorden neue Maßstäbe im Langstreckenlauf. Zwischen 1920 und 1928
gewann er bei olympischen Spielen neun Goldmedaillen und 3 Silbermedaillen. Nur Leichathlet
Carl Lewis, Schwimmer Mark Spitz und Turnerin Larissa Latynina haben später ebenfalls
bei Olympischen Spielen 9 Goldmedaillen gewonnen.
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Helsinki, 19. Juni 1924:
Nurmi gelang ein Doppelschlag, der Experten die Sprache verschlug: innerhalb von 50
Minuten lief er zwei Weltrekorde - zuerst 1500 m in 3:52,6 min, dann 5000 m in 14:28,2
min. |
Olympia 1924 in Paris:
10. Juli: Innerhalb von 60 Minuten wird er Olympiasieger
über 1500 m und 5000 m.
12. Juli: Bei mehr als 40 °C treten die Athleten zum
olympischen Geländelauf über 10 650 m
an. 24 kollabieren auf der Strecke, nur 15 kommen durch. 8 davon müssen auf
der Bahre aus dem Zielraum getragen werden - der überlegene Sieger heißt
Paavo Nurmi.
13. Juli: Gold im Teambewerb über 3000 m.
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| Auf Grund dieser Erfolge wurde er für die Wintersaison 1924/25 in die USA eingeladen.
In einer Serie von 55 Läufen errang er 52 Siege! Er brachte damit „Finnland
auf die Weltkarte“, so ein US-Reporter.
Von der Teilnahme an den Olympischen Spielen 1932 in Los Angeles, wo er seine Sportler-Laufbahn
mit einem Sieg im Marathonlauf krönen wollte, wurde er durch einen stark umstrittenen
Beschluss des Internationalen Leichtathletik-Verbandes wegen „Verstoßes
gegen das Amateurstatut“ ausgeschlossen. Startgeldzahlungen waren damals noch
verboten, eine Spesenabrechnung in Königsberg wurde Nurmi zum Verhängnis.
In seiner Heimat durfte er weiter starten und siegen. 1933 konnte der 36jährige
Nurmi als „Nationaler Amateur“ noch Finnischer Meister über 1500
m werden.
1940 setzte er sich in den USA für Hilfe für sein Land gegen die Sowjetunion
ein.
1952 wurde er rehabilitiert und konnte als Schlussläufer das olympische Feuer
ins Stadion von Helsinki bringen.
Im Alter steckte der erfolgreiche Geschäftsmann Nurmi viel Geld in eine Stiftung
zur
Erforschung der Koronarkrankheiten – er selbst war davon betroffen – und
zur Förderung der öffentlichen Gesundheit. Privat war Nurmi sehr in sich
gekehrt und kontaktscheu, auch seine Ehe ging in Brüche. Für den introvertierten
Läufer war Reden nicht einmal Silber, nur Laufen Gold. Er ließ seine Beine
sprechen.
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Schon zu Lebzeiten wurde er für seine Erfolge im Laufsport geehrt, seit 1924
steht ein Bronzestandbild vom berühmten Bildhauer Väino Aaltonen vor dem
Olympia-Stadion in Helsinki.
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Steckbrief:
geboren: 13. Juni 1897 in Loimaa bei Turku
gestorben: 2. Oktober 1973 in Helsinki
Größe/Gewicht: 1,74 m/65 kg
größte Erfolge: 9 x Olympiagold, 3 x Olympiasilber, 22 Weltrekorde
Olympische Spiele 1920 (Antwerpen):
1. Rang 10 000m
1. Rang 8 000 m Gelände Einzel
1. Rang 8 000 m Gelände Mannschaft
2. Rang 5 000 m
Olympische Spiele 1924 (Paris):
1. Rang 1 500 m
1. Rang 5 000 m
1. Rang 10 000 m Gelände Einzel
1. Rang 10 000 m Gelände Mannschaft
1. Rang 3 000 m Mannschaft
Olympische Spiele 1928 (Amsterdam):
1. Rang 10 000 m
2. Rang 5 000 m
2. Rang 3 000 m Hindernis
Persönliche Bestzeiten (vorwiegend auf Aschenbahnen):
1 500 m ..................... 3:52,6 (WR 1924 – 1926)
Meile ........................ 4:10,4 (WR 1923 – 1931)
3 000 m ..................... 8:20,4 (WR 1926 – 1932)
2 Meilen ................... 8:59,6 (WR 1931 – 1936)
5 000 m ..................... 14:28,2 (WR 1924 – 1932)
10 000 m ................... 30:06,2 (WR 1924 – 1937)
Stundenlauf .............. 19 210 m (WR 1928 – 1945)
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04 Sep 2010
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